Was ist ein Rosenkranz und wofür wird er benutzt?

Der Rosenkranz besteht aus 59 aneinandergereihten Perlen, die eine Gebetskette bilden. Folglich ist der Rosenkranz eine Art Perlenschnur, die wir als Grundlage des Gebets nutzen. Hierbei wird jeder einzelnen Perle ein Gebet zugewiesen, die eine genaue Abfolge beschreiben: Das Rosenkranzgebet.

Einige Gebete im Rosenkranz werden durch einen Nebensatz erweitert, den wir als Geheimnis bezeichnen. Ein solches Geheimnis wird hierbei in das bekannte Ave Maria eingeflochten.

Dabei ist die Reihenfolge der einzelnen Gebete ganz genau festgelegt, auch wenn wir selbstredend die Freiheit haben, unseren Rosenkranz ganz individuell zu beten. Dennoch beziehen wir uns beim Rosenkranzgebet grundsätzlich auf die folgende Auswahl: Das Vaterunser, das Ave Maria und die Doxologie Ehre sei dem Vater.

Dabei bilden jeweils zehn Geheimnisse, verbunden mit einem Vaterunser und einem Ehre sei dem Vater eine Einheit, die in einen Abschnitt aus dem Leben Christi beschreibt. Diese Einheit nennen wir Gesätz.

All diese Gesätze befassen sich mit dem Leben, Sterben und Wirken Jesu Christi, wobei wir durch die Rosenkranzgeheimnisse einzelne Schwerpunkte im Gebet setzen können. Gemeinhin können wir annehmen, dass das Beten mit dem Rosenkranz die verbreitetste Form des katholischen Volksgebets ist.

Woher kommt das Wort Rosenkranz ?

In der Geschichte finden wir mehrere Deutungen, warum der Rosenkranz diesen Namen trägt, obwohl ihn keine einzige Rose oder Blume ziert.

So erzählt eine Legende, dass es einst einen Rittersmann gab, der täglich einer Marienstatue einen Rosenkranz darbrachte, um ihr zu huldigen. Also einen realen Kranz, dessen rote Rosen einerseits an die Jungfräulichkeit Marias, aber auch an das Blut Christi erinnern sollten.

Eines Tages wurde besagter Ritter Novize in einem Kloster und konnte der Statue keinen Kranz mehr darreichen. Um dennoch seine Huldigungen auszusprechen, begann er zu Ehren der Jungfrau Maria zu beten und sprach für sie das Ave Maria, welches er 150 Mal am Tag rezitierte.

Um sich dabei aber nicht zu verzählen und wirklich die vorgegebene Zahl zu erreichen, fertigte er eine hölzerne Gebetskette, die es ihm erlaubte, die einzelnen Gebete abzuzählen und immer die korrekte Anzahl zu beten.

Allerdings können wir diese Geschichte getrost in das Reich der Mythen und Legenden verschieben, da sie zwar eine schöne Erklärung liefert, doch höchstwahrscheinlich in dieser Form niemals stattgefunden hat.
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Viel wahrscheinlicher ist es aus heutiger Sicht, dass wir es hierbei lediglich mit einer Übertragung zu tun haben. So trugen Jungfrauen im Mittelalter häufig einen Rosenkranz, um ihre Reinheit und Unschuld zur Schau zu stellen.

Diese Symbolik wurde auch für Marienstatuen übernommen, die häufig von Gläubigen mit einem solchen Kranz veredelt wurden. Da allerdings nicht immer Rosen zur Hand waren, wurde zur Huldigung der Jungfräulichkeit auf ein einfaches Gebet in Reimform ausgewichen, das mithilfe einer Gebetskette vor der Marienstatue gebetet wurde.

Solch eine Kette trug im Mittelalter den lateinischen Namen rosarium, was soviel wie Rosengarten bedeutet. Hierbei ist ein Blick auf das Niederländische hilfreich, wo das Wort Rosenkranz als Rozenhoedje bezeichnet wird. Das bedeutet frei übersetzt Rosenhütchen. Dieser Hinweis verweist sehr stark auf die eigentliche Bedeutung des Kranzes, nämlich als Kopfschmuck für unschuldige und reine Jungfrauen.

Im Grunde weicht diese Herleitung natürlich gar nicht so sehr von der Legende ab. Immerhin können Rosen sehr wohl für die Jungfräulichkeit und insbesondere rote Rosen für das Blut Christi stehen.

Jedenfalls ist diese Interpretation in der christlichen Symbolik und Ikonographie gebräuchlich und folglich steckt hierbei ein keines Körnchen Wahrheit in den Geschichten, die sich um unseren Rittersmann ranken.

Theologische Aspekte im klassischen Rosenkranz

Der Rosenkranz dient nicht nur als Gebetskette, die uns dabei helfen kann, die Reihenfolge der einzelnen Gebete und Geheimnisse zu verinnerlichen, sondern hat gleichermaßen einen tiefen theologischen Gehalt, der dem Gebet innewohnt und es zu dem macht, was es ist: Das verbreitetste katholische Volksgebet.

Immerhin vereint der Rosenkranz die Verehrung der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu Cristi, und die Frömmigkeit gegenüber Jesus selbst geschickt miteinander. Denn wer einen Rosenkranz betet, richtet sich nicht nur mit den eigenen Bitten an Maria, sondern durchläuft gleichermaßen den Lebensweg des Heilands.

Dieser erstreckt sich dabei von der Verkündigung (Verheißung der Geburt Jesu an Maria), über die Geburt, das Wirken und auch das Leiden Jesu Christi. Gleichermaßen gedenken wir im Rosenkranzgebet seiner Auferstehung und der Aussendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten, was in den einzelnen Geheimnissen Ausdruck findet.

Folglich ist der Rosenkranz nicht nur eine Richtlinie für das Gebet oder ein Hilfsmittel des Glaubens, sondern kann sogar stellvertretend für dessen allumfassende Ganzheit stehen.

Anordnung der Perlen und Aufbau der Gebetskette

Der Rosenkranz, wie er uns heutzutage bekannt ist, besteht aus 59 Perlen, die eine Gebetskette bilden. Diese Kette hat einen Anhänger, der ein Kreuz darstellt, das durch 5 Perlen von der eigentlichen Kette abgetrennt ist.

Der Aufbau ist folglich: Das Kreuz, eine große Perle, drei kleinere Perlen und abermals eine größere Perle, die den Grundstein für die eigentliche Gebetskette bildet.

Das Kreuz, das sogenannte Credo, dient als Ausgangspunkt zum Beten des Rosenkranzes und ist immer der Beginn des Rosenkranzgebets. Die darauffolgende größere Perle entspricht einem Vaterunser, das durch drei Ave Maria (kleinere Perlen) und mit einem Ehre sei dem Vater (größere Perle) ergänzt wird.
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An diese größere Perle schmiegen sich fünfmal zehn kleine Perlen, die von einer großen gefolgt werden und die eigentliche Gebetskette, die wir als Rosenkranz im Kopf haben, bilden. Dabei stehen diese kleinen Perlen für zehn Ave Maria und die jeweils größeren für ein Vaterunser oder die Doxologie Ehre sei dem Vater. Hierbei bilden zehn Ave Maria, ein Vaterunser und eben das Ehre sei dem Vater ein Gesätz.

Das beigefügte Bild illustriert den beschriebenen Aufbau eines Rosenkranz sehr schön. In der Regel ist diese Struktur immer identisch, auch wenn die Perlen bei einigen Ausführungen lediglich getrennt sind und nicht in ihrer Größe variieren. Der Rosenkranz wird unabhängig davon immer gleich gebraucht.

Der Fingerrosenkranz, Rosenkranzring & -armband

Doch auch wenn es gerade diese Urform ist, die uns vor dem geistigen Auge schwebt, gibt es einige Ausführungen des Kranzes, die stark davon abweichen. Sehr bekannte Beispiele bilden in diesem Zusammenhang der Fingerrosenkranz, der Rosenkranzring und das Rosenkranzarmband.

Diesen Ausführungen ist gemein, dass sie eine sehr vereinfachte Form des klassischen Rosenkranz darstellen und sich in der Regel aus zehn Erhebungen und einem größeren Baustein zusammensetzen. Hierbei beten wir lediglich zehnmal das Ave Maria, das wir durch ein beliebiges Geheimnis ergänzen. Wird diese verkleinerte Form fünfmal gebetet, ergibt es im Grunde ebenfalls einen großen Rosenkranz.

Hinweis: In Mode kamen solche Ringe vor allem zur Zeit der ersten Kreuzzüge, die das mittelalterliche Europa kennzeichneten. Denn vor allem der Rosenkranzring (~Soldatenring) scheint um ein Vielfaches handlicher, als der große Rosenkranz. Jedenfalls, wenn wir das Phänomen aus einer rein logistischen Perspektive betrachten.

Wie wird ein Rosenkranz gebetet?

Einen Rosenkranz beten ist gar nicht schwierig, auch wenn es dabei einige Dinge zu beachten gibt. Mit ein wenig Übung haben wir diesen Ablauf allerdings recht schnell verinnerlicht.

Bevor wir mit dem eigentlichen Rosenkranzgebet beginnen, machen wir das Kreuzzeichen und sprechen dabei die Worte Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Nun nehmen wir das Kreuz in die Hände und entsenden das apostolische Glaubensbekenntnis, wobei wir die wichtigsten Glaubensinhalte nennen und uns zu diesen bekennen, bevor wir den eigentlichen Rosenkranz beten.

Darauf folgt die erste große Perle des Rosenkranzes. Vor dieser beten wir ein Ehre sei dem Vater, woraufhin wir sie ergreifen und ein Vaterunser beten. Nun widmen wir uns den drei kleinen Perlen, die jeweils für ein Ave Maria stehen.

Diese ergänzen wir mit den folgenden drei Bitten, die allesamt christliche Tugenden umschreiben. Nämlich Glauben, Hoffnung und Liebe.

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Die Einschübe im Ave Maria

Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.

An der ersten Perle wird angefügt:
Der in uns den Glauben vermehre.

An der zweiten Perle wird angefügt:
Der in uns die Hoffnung stärke.

An der dritten Perle wird angefügt:
Der in uns die Liebe entzünde.

Das Ave Maria nach dem Einschub:

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Haben wir den Anfang gemacht, können wir uns nun der eigentlichen Gebetskette widmen. Dabei stehen die kleinen Perlen für ein Ave Maria, das nach dem Wort Jesus um ein Rosenkranzgeheimnis ergänzt wird.

Eingeleitet wird dieses mit einer großen Perle bei der wir das Vaterunser sprechen und beendet (vor der nächsten großen Perle) mit einem Ehre sei dem Vater. Eine solche Einheit nennen wir Gesätz. Es empfiehlt sich allerdings beim Rosenkranzgebet lediglich ein einziges Gesätz zu beten und nicht den gesamten Rosenkranz.

Zum Abschluss des Gebets wird in der Regel noch ein Salve Regina gebetet, welches das Rosenkranzgebet abschließt. Hierbei können wir den Rosenkranz mit beiden Händen umfassen oder diesen locker in der Hand halten.

Die Rosenkranzgeheimnisse

Die beschriebenen Rosenkranzgeheimnisse lassen sich in vier Gruppen unterteilen, die jeweils aus fünf einzelnen Geheimnissen bestehen, die das Leben, Wirken und Sterben Jesu Christi beschreiben und widerspiegeln.

Wir unterscheiden dabei in freudenreiche, lichtreiche (später hinzugefügt), schmerzhafte, und glorreiche Geheimnisse, die jeweils einen gesonderten Aspekt um Jesus Christus beleuchten.

Traditionell gab es übrigens nur fünfzehn Geheimnisse, die in das Rosenkranzgebet eingeflochten wurden. Im Jahre 2002 ergänzte Papst Johannes Paul II. diese allerdings um fünf weitere, die fortan ebenfalls in unserem Rosenkranzgebet Verwendung finden.
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Die katholische Kirche empfiehlt außerdem, jeden Wochentag mit einem anderen Geheimnis zu begehen. Das bedeutet, dass wir nicht jeden Tag den gesamten Rosenkranz beten müssen, aber natürlich steht das jedem frei.

Die unverbindliche Empfehlung lautet dabei, am Montag den freudenreichen, am Dienstag den schmerzreichen, am Mittwoch den glorreichen, am Donnerstag den lichtreichen, am Freitag den schmerzreichen, am Samstag den freudenreichen und sonntags den glorreichen Rosenkranz zu beten.

…und wie wird ein solches Rosenkranzgeheimnis gebetet?

Ähnlich wie schon bei den anfänglichen Ave Marias, flechten wir die einzelnen Geheimnisse einfach in den Gruß an die Jungfrau Maria selbst ein. Dabei wird das Ave Maria immer nach der Benennung von Jesus durch ein Geheimnis ergänzt, das Bezug auf eine Bibelstelle nimmt und sich dem jeweiligen Rosenkranz unterordnet.

Den Wortlaut der einzelnen Geheimnisse haben wir für Sie gesondert und mit ausführlichen Deutungen und Hinweisen auf den folgenden Seiten zusammengestellt und aufbereitet: Glorreicher Rosenkranz, Schmerzhafter Rosenkranz, Freudenreicher Rosenkranz und der Lichtreiche Rosenkranz.

Warum sollten wir das Rosenkranzgebet beten?

Viele Menschen kamen mit der Frage auf uns zu, warum man das Rosenkranzgebet überhaupt beten sollte und warum es eine solche Sonderstellung einnimmt. Immerhin könnten wir doch ein kürzeres Gebet wählen und müssten uns dabei nicht mit langen Anleitungen und Hinweisen herumplagen.

Vorab möchten wir in diesem Zusammenhang klären, dass es in keinerlei Hinsicht ein Müssen oder Sollen gibt. Jedem Menschen steht es frei, seinen Glauben so zu leben, wie er es gern möchte und gerade im Zusammenhang mit dem Rosenkranz gibt es allenfalls einige Hinweise, aber keine allgemeingültige Handlungsaufforderung.

Dennoch gibt es einige Gründe, die für das Rosenkranzgebet sprechen und sehr häufig in der Betrachtung unter den Tisch fallen. Diese möchten wir nun anführen, auch wenn es sich dabei um eine subjektive Auswahl handelt. Vielleicht fällt auch Ihnen noch ein schöner Grund ein? Sehr gern können Sie diesen mit uns teilen.

  • Laut dem katholischen Glauben wenden wir uns durch ein solches Gebet direkt mit unseren Bitten an die Jungfrau Maria, die uns gewissermaßen an die Hand nimmt und mit uns auf das Leben, Wirken und Sterben Jesu Christi blickt.
  • Durch die eingängige Wiederholung der einzelnen Rosenkranzgeheimnisse und Gebete, kommen wir ein wenig zur Ruhe. Die Atmung entspannt sich, wir fühlen uns und unseren menschlichen Körper, wir spüren vielleicht sogar ein wenig besser ins uns selbst hinein.
  • Katholiken glauben, dass die Angerufene – nicht Angebetete! – für unsere Bitten beim Herrn einsteht. Folglich haben wir es mit einer Form der Fürbitte zu tun, da wir nicht nur für uns selbst, sondern gleichermaßen für eine weltumspannende Gemeinschaft aus Gläubigen beten.
  • Das Rosenkranzgebet wird oftmals als wortreich beschrieben oder bösartig als Geplapper abgetan. Immerhin sprechen wir dabei die ganze Zeit. Allerdings liegt gerade hierbei ein Irrtum vor, denn im Eigentlichen ist es ein Gebet der Ruhe. Es erinnert bisweilen sogar an ein Mantra.
  • Gehen wir noch einen Schritt weiter, können wir den Rosenkranz sogar als Fantasiereise beschreiben. Wir schließen die Augen, verdrängen unseren Alltag und begegnen Jesus in Gedanken, den wir durch die wichtigsten Momente seines Lebens und Wirkens begleiten.

Die Geschichte des Rosenkranzes

Die Geschichte des Rosenkranzes ist in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere, da der Brauch und das bekannte Rosenkranzgebet niemals durch die katholische Kirche selbst verordnet wurden, sondern aus der christlichen Gemeinschaft selbst erwachsen ist und in dieser gleichermaßen gedieh.

Kein Papst, kein Konzil oder irgendeine Synode verordnete seiner Zeit, dass die Gläubigen den Rosenkranz beten sollten. Zwar gibt es mittlerweile einige Hinweise und Anregungen, wie wir diesen beten können, doch all das ist keineswegs bindend.

Folglich ist der Rosenkranz aus der Kirche und ihrer Gemeinschaft selbst entstanden, wobei er von Kindern, Alten, sowie Gesunden und Kranken mitgestaltet wurde. Er ist somit im Glaubenskollektiv entstanden.

Das Rosenkranzfest und der Rosenkranzmontag

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Welche Rosenkränze gibt es? Gebetsweisen im Überblick

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Ähnlich: Gebetsschnur, Lestowka, Glaubensperlen

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Rosenkränze in Malerei und Kunst

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